Liebe Unterstützer*innen,

am vergangenen Samstag, den 28.03.2026, gingen weltweit Menschen auf die Straße, um unter dem Motto “No Kings!” gegen die Politik von US-Präsident Trump zu protestieren, der im autokratischen Stil die Einwanderungsbehörde ICE (Immigration & Customs Enforcement) selbst gegen US-Bürger*innen hetzt, u.a. ausgerechnet auch die Ureinwohner des Landes, und für eskalierende Gewalt und menschenverachtende Deportationen verantwortlich ist.

ICE out!link

Mit kreativem Protest und friedlichen Mitteln demonstrierten mehr als acht Millionen Menschen in den USA gegen das Vorgehen der Regierung — allein rund 100.000 in St. Paul, der Hauptstadt Minnesotas, in deren Zwillingsstadt Minneapolis die Einsatzkräfte für den Tod von Renée Good und Alex Pretti im Januar 2026 verantwortlich sind.
Wie wir in der letzten Ausgabe unseres Magazins Coyote ausführlich berichtet haben, wurden auch Indigene bedroht, drangsaliert, festgenommen und verhaftet — obwohl sie rechtlich US-Staatsbürger sind und keine “Immigrant*innen”. “No one is more American than the Native Americans” entrüstete sich Anwalt Chase Iron Eyes (Lakota Law) und sprach damit für viele Indigene, die sich mit den Betroffenen der brutalen Übergriffe der Einsatzkräfte solidarisierten und praktische Hilfe leisteten.

Auch die Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte e.V.link-external ging erneut auf die Straße, um bei der Solidaritätsdemonstration in München — wie schon am 07.02.2026 — auch am 28.03. auf die Situation der Indigenen in den USA aufmerksam zu machen, die sich gegen zunehmende Angriffe auf ihre Rechte zur Wehr setzen müssen.

Neuer Heimatschutzministerlink

Nachdem das Vorgehen von ICE auch innerhalb einer breiten Bevölkerung auf Ablehnung stieß (und stößt), hat Trump die verantwortliche Heimatschutzministerin Kristi Noem, die schon früher mit rassistischen Aussagen über die Native Americans für Empörung sorgte, ihrer Aufgaben entbunden und den republikanischen Senator Markwayne Mullin aus Oklahoma zum neuen Minister der Homeland Security berufen, Am 24.03.2026 trat Mullin sein neues Amt an, nachdem er mehrheitlich vom republikanische dominierten Senat bestätigt wurde.

Zufall oder Taktik? Markwayne Mullin stammt großväterlicherseits von den Cherokee ab, die in seinem Heimatstaat Oklahoma rund 14 % der Bevölkerung stellen. Die Cherokee, die einst vom Südosten der USA nach Oklahoma vertrieben wurden (“Trail of Tears”, 1838/1839), zählen heute zu den größten indigenen Völkern in den USA.

Durch besonderen Einsatz für indigene Rechte ist Mullin bislang kaum aufgefallen. Der frühere Martial Arts-Kampfsportler ist eher für seine Nähe zu Trumps MAGA-Politik bekannt — wenig überraschend, ist doch Oklahoma streng konservativ: Abtreibungen sind schon seit 2022 praktisch verboten und hinsichtlich der vollstreckten Todesstrafen liegt Oklahoma an zweiter Stelle hinter Texas. Statt akademischer Karriere übernahm Mullin den Klempnerbetrieb seines Vaters und setzt sich seitdem für den Mittelstand im ländlichen Oklahoma ein.

Am Tag, an dem Renée Good ermordet wurde, nannte er die Täter und die ICE-Kräfte “wahre Patrioten”. Mullin unterstützt Trumps “Mauer” zu Mexico, plädiert für die Abschiebung von Zugewanderten und lehnt das “Birth Right” von in den USA geborenen Kindern von Immigrant*innen ab.

Kanadas ICE-Investmentlink

Während sich alle Aufmerksamkeit auf die USA konzentriert, wissen die wenigsten, dass auch Kanada, das sich selbst gerne als das humanere Amerika präsentiert, in den ICE-Terror involviert ist. Kanada rüstet ICE mit gepanzerten Fahrzeugen und Material aus. Vor allem aber tragen kanadische Pensionsfonds und Banken zur Finanzierung von ICE bei. Nach Angaben der Organisation Stand.Earth belaufen sich die Investitionen auf US$35 Milliarden — Geld, das kanadische Bürger*innen in ihre späteren Pensionen investieren wollten, nicht jedoch in brutale Einsatzkräfte, die zudem auch noch gegen Indigene aus Kanada vorgehen. Profiteur der Finanzhilfe durch die Kanadier ist nicht zuletzt ausgerechnet das höchstumstrittene Unternehmen Palantir – ebenso wie die führenden Betreiber der Haftanstalten, Core Civic und Geo Group. Palantir wird vor allem dafür eingesetzt, um Immigrant*innen aufzuspüren, bevor sie dann verhaftet und deportiert werden.
Bitte Petition gegen kanadische Investments in ICE & Co. unterschreiben:
[LINK NACHTRAGEN]

Ostermärsche 2026link

An diesem Wochenende versammeln sich Menschen in mehr als 100 Städten zu den jährlichen Ostermärschen. Auch der “No Kings!”-Protest am 28.03. richtete sich nicht nur gegen Trumps autoritäre Politik in den USA, sondern ebenso gegen seinen Krieg gegen Iran, der sowohl gegen die amerikanische Verfassung als auch gegen das Völkerrecht verstößt.
Seit den späten 1950er Jahren protestiert die Friedensbewegung gegen die weltweite Aufrüstung. Nicht zufällig waren die Proteste aus der “Kampf dem Atomtod”-Kampagne hervorgegangen.
Während in den USA die Budgets für Soziales und Bildung, Gesundheitsversorgung und Nahrungsmittelhilfen für die Indigenen gestrichen werden (allein $187 Milliarden für Lebensmittelhilfen), ist ICE die bestfinanzierte Behörde in den USA. Und Rüstungskonzerne machen enorme Profite.

Auch wir müssen den Widerstand gegen die neue “Kriegstüchtigkeit” und die weitere Aufrüstung unterstützen. “Kriege verweigern — Frieden schaffen!” lautet das diesjährige Motto. Die Einhaltung des Völkerrechts muss eingefordert und durchgesetzt werden!

^Alle Infos und Orte:
[LINK NACHTRAGEN]

In Solidarität mit dem Selbstbestimmungsrecht der Indigenen Völker!
Herzliche Grüße

Monika Seiller

Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte e.V.
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Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte e.V. (AGIM) ist ein gemeinnütziger Verein (gegr. 1986) zur Unterstützung der Rechte der indigenen Völker Nordamerikas und Herausgeberin des Magazins Coyote.

AGIM e.V. (Action Group for Indigenous and Human Rights, est. 1986) is a non-profit human rights organization dedicated to supporting the right to self-determination of Indigenous peoples in North America. We publish a quarterly magazine Coyote.

Bankverbindung: IBAN DE28 7015 0000 0017 2234 70 / BIC: SSKMDEMM / Stadtsparkasse München

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